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Frühwarnsysteme im Erdmanagement
Naturkatastrophen führen immer wieder zu hohen Verlusten an Menschenleben und richten große wirtschaftliche Schäden an. Aus diesem Grund kommt der Entwicklung von Frühwarnsystemen besondere Bedeutung zu, da diese erheblich zur Schadensminderung beitragen können.
- Einreichungsfrist 03. Februar 2006
Die Förderung im Rahmen des Themenschwerpunktes konzentrierte sich auf die Entwicklung geeigneter Methoden und Technologien zur Frühwarnung vor Erdmassenbewegungen, Erdbeben, Vulkanausbrüchen und durch Seebeben ausgelöste Flutwellen. Gefördert wurden Verbundprojekte, die sich mit der Verbesserung der Frühwarnkette von der Erfassung und Verarbeitung der Daten bis zur Risikobewertung und Entscheidungsunterstützung befassten. An künftige Frühwarnsysteme werden - neben der Schaffung geeigneter Geodateninfrastrukturen - die Anforderungen gestellt, Datenübertragung in Echtzeit und die kontinuierliche Überwachung gefährdeter Bereiche mittels Fernabfrage zu gewährleisten.
Im Rahmen des Themenschwerpunktes wurden drei Verbundprojekte gefördert, die sich mit der Überwachung von Erdmassenbewegungen am Bespiel alpiner Hangrutschungen beschäftigen. Zentrales Ziel dieser Projekte war ein verbessertes Verständnis der grundlegenden geologischen und physikalischen Vorgänge, die zu Erdmassenbewegungen führen sowie die Entwicklung kostengünstiger Monitoringsysteme.
Drei weitere Projekte hatten eine weitere Verbesserung der Frühwarnung vor Erdbeben zum Ziel. Neben der Erweiterung und Optimierung eines bestehenden Erdbebenfrühwarnsystems in der Türkei, erfolgte auch die Entwicklung und Erprobung eines Frühwarnsystems für Verkehrsinfrastrukturen am Beispiel von Gleisstrecken der Deutschen Bahn. Im dritten Projekt stand die Entwicklung von Software zur schnellen automatischen Bestimmung seismischer Herdparameter im Mittelpunkt, die zur Abschätzung der Stärke und Auswirkungen eines Erdbebens genutzt werden können.
Um im Fall einer vulkanischen Krise oder vulkanischer Unruhe schnell reagieren zu können, wurde in einem Verbundprojekt ein mobiles Vulkanüberwachungssystems entwickelt, bei dem sowohl bodenbasierte als auch satellitengestützte Beobachtungsmethoden zum Einsatz kommen. Die Daten werden über ein Kommunikationsnetzwerk in einer zentralen Datenbank zusammengeführt, in Echtzeit ausgewertet und visualisiert.
In einem themenübergreifenden Projekt ist ein System entwickelt und erprobt worden, das es ermöglicht, die Erdoberfläche kontinuierlich zu überwachen und die Daten nahezu in Echtzeit zur Verfügung zu stellen. Mittels satellitengestützter Fernerkundungsmethoden sollen so Erdbeben oder Vulkanausbrüche rasch erfasst und Hangrutschungsgebiete effektiver überwacht werden.
Im Rahmen der Forschung zur Frühwarnung vor Flutwellen (Tsunamis) befasste sich ein Verbundprojekt mit der Optimierung des Strömungs- und Wellen-Radars WERA, um das System für die Tsunami-Frühwarnung einsetzen zu können. In einem weiteren Verbundprojekt ist ein Tsunami-Frühwarn- und Evakuierungsinformationssystemes am Fallbeispiel der indonesischen Stadt Padang (West Sumatra) entwickelt worden. Hierbei handelt es sich um eine Ergänzung zum BMBF-Projekt "German Indonesien Early Warning System (GITEWS)".
In dem Themenschwerpunkt wurden insgesamt elf Verbundprojekte im Zeitraum zwischen April 2007 und Dezember 2010 mit mehr als 9,2 Mio. Euro gefördert.
Ansprechpartner/in
- Dr. Ulf Hünken 0381 5197-299 u.huenken@fz-juelich.de
- Dr. Wolfgang Zahn 0381 5197-290 w.zahn@fz-juelich.de
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