Europäische Koordinierungsinitiativen

Die Schaffung eines wettbewerbsfähigen europäischen Forschungsraums (European Research Area, ERA) ist erklärtes Ziel der Europäischen Kommission. Ein Instrument zur Verwirklichung dieses Ziels sind seit dem 6. Forschungsrahmenprogramm unter anderem die so genannten ERA-Net-Projekte, in deren Rahmen die EU-Kommission die transnationale Zusammenarbeit von Forschungsförderern und -managern finanziell unterstützt. Ziel ist es, die Forschungsförderung in den europäischen Mitgliedstaaten möglichst effizient zu vernetzen.

Um die europaweite Koordinierung von Forschungsprogrammen zu verwirklichen, sollen sich Forschungsförderer der Mitgliedstaaten zusammenschließen und gemeinsame strategische Zusammenarbeiten bis hin zu gemeinsamen Ausschreibungen realisieren. Voraussetzung dafür ist eine Analyse der nationalen Förderprogramme und Förderverfahren, die Evaluierung der jeweiligen Programmzielsetzungen und die Erarbeitung eines gemeinsamen strategischen Förderkonzepts.

Im 7. Forschungsrahmenprogramm hat die Europäische Kommission das Instrument der ERA-Nets weiterentwickelt und den im 6. Forschungsrahmenprogramm etablierten "bottom-up"-Ansatz zur Themenfindung der ERA-Nets um einen "top-down"-Ansatz zur Ausschreibung konkreter ERA-Net-Themen in den Arbeitsprogrammen ergänzt. Mit diesem top down-Ansatz will die EU-Kommission die Themenpalette der ERA-Nets stärker strategisch steuern.

Der Projektträger Jülich unterstützt seine Auftraggeber neben den ERA-Nets auch bei der Umsetzung weiterer Förderinstrumente:

  • Joint Programming Initiativen
    Ziel der Joint Programming Initiativen (JPI) ist eine gemeinsame Planung der Forschungsprogramme der EU-Mitgliedstaaten in strategischen Bereichen. Beim Joint Programming handelt es sich um thematisch breit angelegte Initiativen zur Abstimmung der Forschungsförderaktivitäten der Mitgliedsstaaten insbesondere zur Bewältigung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen mit den Mitteln von Forschung und Entwicklung. Im Sinne der JPI stellt die SET-Plan-Initiative im Energiesektor eine Pilotmaßnahme dar und befindet sich seit 2007 in der Implementierungsphase.
  • Europäische Technologieplattformen
    Die Europäischen Technologieplattformen (ETP) werden durch die Industrie eingerichtet mit dem Ziel, langfristige strategische Forschungsagenden für die jeweiligen Innovationsfelder zu entwickeln und umzusetzen. Als Weiterentwicklung hin zu Europäischen Industrie Initiativen (EII) unter dem SET-Plan bilden diese ein zentrales Instrument bei der Bedarfsermittlung und Ausrichtung von Prioritäten für Forschung und Entwicklung im Energiesektor. In Ergänzung dazu erfolgte eine vergleichbare Kompetenzbündelung im Bereich von grundlegender und angewandter Energieforschung in der European Energy Research Alliance (EERA).
  • Koordinierungs- und UnterstützungsmaßnahmenIn der „Koordinierungs- und Unterstützungsmaßnahme“ (CSA) wurden die Coordination Action (CA) und die Specific Support Action (SSA) zusammengeführt. Ziel ist die Vernetzung der Projektpartner mit Hilfe von Konferenzen, Seminaren, Studien, Analysen, gemeinsamen Initiativen, Erfahrungsaustausch sowie der Entwicklung gemeinsamer Informationssysteme.